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eBay Terapeak 2026: Produktrecherche im Cockpit

eBay Terapeak 2026: Das Tool heißt heute Produktrecherche, ist kostenfrei und liefert 3 Jahre Verkaufsdaten. So nutzen Sie es für Sortiment und Preis.

✍️ Jorginho Engelmeyer📅 16. August 202611 min Lesezeit
eBay Terapeak 2026: Produktrecherche im Cockpit

Die kurze Antwort: Terapeak gibt es unter diesem Namen nicht mehr. eBay hat die Marke im Mai 2024 eingestellt; das Werkzeug heißt seitdem schlicht Produktrecherche und liegt im Verkäufer-Cockpit im Tab „Marktanalyse" (Stand: August 2026, Quelle: eBay-Verkäuferportal, Bereich Produktrecherche und Insights). Das Begleitwerkzeug „Terapeak Sourcing Insights" heißt heute nur noch Sourcing Insights.

Inhaltlich ist das eine gute Nachricht: Die Produktrecherche ist kostenfrei für alle Händler auf dem Marktplatz — auch ohne eBay-Shop-Abo — und wertet eBay-Daten zu Verkäufen und Artikelpreisen der letzten drei Jahre aus. Sourcing Insights bleibt an ein qualifizierendes Shop-Abonnement ab Basis-Shop gebunden.

Damit haben Sie Zugriff auf etwas, das auf keinem anderen deutschen Marktplatz in dieser Tiefe kostenlos verfügbar ist: echte Transaktionsdaten statt Schätzungen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie damit Sortiment, Preis und Angebotsformat entscheiden.

Warum der Namenswechsel für Sie relevant ist

Wer 2026 nach „Terapeak" sucht, landet auf einer Menge veralteter Anleitungen. Screenshots zeigen Menüs, die es nicht mehr gibt, und Preistabellen für Abos, die eBay längst abgeschafft hat.

Der wichtigste Punkt: Es gibt keine kostenpflichtige Terapeak-Lizenz mehr, die Sie separat buchen müssten. Die Produktrecherche ist Bestandteil des Verkäufer-Cockpits und steht allen Händlern offen.

Sie finden das Werkzeug im Verkäufer-Cockpit unter dem Tab „Marktanalyse", sowohl am Desktop als auch mobil. Falls Sie den Tab nicht sehen: Er erscheint erst, wenn Ihr Konto als Verkäuferkonto eingerichtet ist.

💡 Praktischer Nebeneffekt: Weil das Werkzeug kostenlos ist, gibt es keinen Grund mehr, es nur „bei Bedarf" zu nutzen. Wir bei AMZ+ Consulting bauen die Produktrecherche deshalb fest in den wöchentlichen Rhythmus unserer Kundenkonten ein.

Was die Produktrecherche tatsächlich zeigt

Die Datenbasis sind echte eBay-Transaktionen der vergangenen drei Jahre. Das unterscheidet die Produktrecherche grundlegend von Drittanbieter-Tools, die mit Hochrechnungen aus Stichproben arbeiten.

Sie können nach Kategorie, Zustand, Marke, Farbe, Käuferstandort und Verkäuferstandort filtern (Stand: August 2026, Quelle: eBay-Verkäuferportal). Danach stehen Ihnen unter anderem folgende Auswertungen zur Verfügung.

Verkaufstrends. Wie hat sich die Nachfrage über die Zeit entwickelt? Hier erkennen Sie Saisonverläufe, die Sie in der eigenen Bestellplanung berücksichtigen können.

Durchschnittlicher Verkaufspreis. Zu welchem Preis wurde tatsächlich verkauft — nicht zu welchem Preis angeboten wurde. Das ist der wertvollste einzelne Wert im gesamten Werkzeug.

Preisspanne. Wie weit liegen günstigste und teuerste tatsächliche Verkäufe auseinander? Eine breite Spanne deutet auf Differenzierungsmöglichkeiten hin, eine enge auf einen reinen Preiswettbewerb.

Versandkosten. Wie viel berechnen erfolgreiche Verkäufer für den Versand, und wie hoch ist der Anteil versandkostenfreier Angebote? Dieser Punkt entscheidet oft mehr über die Conversion als der Artikelpreis selbst.

Angebotsformat. Wie viel Umsatz läuft über Auktion, wie viel über Festpreis? Bei Sammlerstücken und Einzelteilen sieht das komplett anders aus als bei Verbrauchsmaterial.

✅ Der entscheidende Vorteil gegenüber jedem Schätz-Tool: Sie sehen verkaufte Artikel, nicht nur aktive Angebote. Ein Markt mit 4.000 aktiven Angeboten und 30 Verkäufen im Monat sieht in einer Angebotsübersicht attraktiv aus — in den Verkaufsdaten sofort nicht mehr.

Sourcing Insights: der Teil mit Shop-Abo

Sourcing Insights ist das zweite Werkzeug im Bereich Marktanalyse. Es beantwortet eine andere Frage als die Produktrecherche.

Während die Produktrecherche fragt „Wie läuft dieses Produkt?", fragt Sourcing Insights „In welchen Kategorien gibt es hohe Nachfrage bei vergleichsweise geringem Angebot?". Das ist ein Werkzeug für die Sortimentserweiterung, nicht für die Einzelartikel-Kalkulation.

Diese Funktion setzt ein qualifizierendes Shop-Abonnement voraus — in der Regel ab Basis-Shop (Stand: August 2026, Quelle: eBay-Verkäuferportal und Fachpublikationen zu Sourcing Insights). Wenn Sie ohnehin ein Shop-Abo führen, sollten Sie den Bereich mindestens einmal im Quartal öffnen.

⚠️ Behandeln Sie die Ergebnisse als Hypothese, nicht als Auftrag. Eine Kategorie mit günstigem Nachfrage-Angebots-Verhältnis kann trotzdem an Gebühren, Retourenquote oder Compliance-Auflagen scheitern.

Wo die Grenzen liegen

Kein Werkzeug ist besser als das Verständnis dessen, was es nicht zeigt. Vier Punkte sollten Sie kennen.

Keine Marge. Die Produktrecherche kennt Ihren Einkaufspreis nicht und rechnet keine Gebühren gegen. Ein Artikel mit hohem Durchschnittspreis kann nach Provision, Fixgebühr und Versand ein Verlustgeschäft sein — wie die aktuelle Gebührenstruktur aussieht, steht in unserem Beitrag zu den eBay Gebühren 2026.

Keine Retourenquote. Gerade in Mode, Elektronik und Kfz-Teilen entscheidet die Retourenquote über die Rentabilität. Diese Zahl liefert das Werkzeug nicht.

Keine Prognose. Sie sehen Vergangenheitsdaten. Bei Produkten mit starkem Trendcharakter kann ein sehr gutes Vorjahr genau das falsche Signal sein.

Kein Wettbewerbsprofil. Sie sehen aggregierte Marktdaten, aber nicht, ob ein einzelner sehr starker Verkäufer den Markt dominiert. Diesen Blick müssen Sie über die reguläre Suche ergänzen.

Aus genau diesen Lücken entsteht der Beratungsbedarf. Wir bei AMZ+ Consulting kombinieren die eBay-Daten deshalb immer mit der Deckungsbeitragsrechnung des Händlers, bevor eine Sortimentsentscheidung fällt.

In 8 Schritten: So recherchieren Sie ein Produkt sauber

Der folgende Ablauf dauert pro Produkt etwa 20 Minuten und liefert eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

  1. Marktanalyse öffnen. Rufen Sie im Verkäufer-Cockpit den Tab „Marktanalyse" auf und wechseln Sie in die Produktrecherche.
  2. Suchbegriff eingrenzen. Starten Sie mit dem Begriff, den Käufer wirklich verwenden — nicht mit Ihrer internen Produktbezeichnung. Passende Begriffe finden Sie über unsere Anleitung zur eBay Keyword-Recherche.
  3. Filter setzen. Beschränken Sie auf Kategorie, Zustand und Verkäuferstandort Deutschland. Ohne diese Filter mischen sich Import-Angebote und Gebrauchtware in Ihre Auswertung.
  4. Zeitraum wählen. Vergleichen Sie die letzten 12 Monate mit dem Vorjahreszeitraum. So trennen Sie Saisonalität von echtem Wachstum oder Rückgang.
  5. Durchschnittspreis notieren. Schreiben Sie sich den tatsächlichen durchschnittlichen Verkaufspreis und die Preisspanne auf. Das sind die beiden Zahlen, mit denen Sie später kalkulieren.
  6. Versandmodell prüfen. Sehen Sie nach, wie hoch der Anteil versandkostenfreier Angebote ist. Wenn er hoch ist, müssen Sie die Versandkosten in Ihre Preiskalkulation einrechnen — mehr dazu im Beitrag zu eBay Versandkosten optimieren.
  7. Angebotsformat ableiten. Prüfen Sie, ob der Umsatz überwiegend über Festpreis oder Auktion läuft, und richten Sie Ihr Angebot danach aus.
  8. Gegenrechnen. Ziehen Sie vom Durchschnittspreis Ihre Einkaufskosten, die eBay-Gebühren, Versand und eine kalkulierte Retourenquote ab. Erst diese Zahl entscheidet, ob das Produkt für Sie funktioniert.

Halten Sie die Ergebnisse in einer einfachen Tabelle fest. Nach 30 recherchierten Produkten haben Sie eine interne Datenbasis, die Ihnen kein externes Tool liefern kann.

Rechenbeispiel: Von der Recherche zur Entscheidung

Das folgende Beispiel ist hypothetisch und dient ausschließlich zur Veranschaulichung der Rechenlogik. Es beschreibt kein reales Produkt und keine realen Kundenzahlen.

Angenommen, die Produktrecherche zeigt für einen Artikel einen durchschnittlichen Verkaufspreis von 49,90 € bei einer Spanne von 39 € bis 64 € und rund 420 verkauften Einheiten im Monat in der gefilterten Kategorie.

Ihr Einkaufspreis liegt bei 19,00 € netto. Der Versand kostet Sie 4,50 €, und in dieser Kategorie versenden die meisten Wettbewerber kostenfrei — Sie müssen den Versand also einpreisen.

Rechnen wir mit einer Verkaufsprovision von 11 Prozent auf 49,90 € (das sind 5,49 €) plus der Fixgebühr von 0,45 € pro Bestellung, die seit dem 12. Februar 2026 gilt (Stand: August 2026, Quelle: Berichterstattung zur eBay-Gebührenanpassung). Die exakte Provision hängt von Ihrer Kategorie und Shop-Stufe ab.

Die Rechnung sieht damit so aus: 49,90 € minus 19,00 € Einkauf, minus 4,50 € Versand, minus 5,49 € Provision, minus 0,45 € Fixgebühr ergibt 20,46 € Rohertrag vor Steuern, Verpackung und Retouren.

Kalkulieren Sie zusätzlich 8 Prozent Retourenquote und 1,20 € Verpackungsmaterial, bleiben rund 15,30 € Deckungsbeitrag pro verkaufter Einheit. Bei 30 Einheiten im Monat wären das 459 € — bei 150 Einheiten 2.295 €.

Diese Rechnung entscheidet, nicht der Durchschnittspreis allein. Und genau sie liefert Ihnen die Produktrecherche nicht — sie liefert nur die verlässliche Ausgangszahl.

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Produktrecherche mit Preis- und Keyword-Arbeit verzahnen

Die Produktrecherche entfaltet ihren Wert erst im Zusammenspiel mit zwei anderen Bausteinen. Isoliert betrachtet ist sie nur eine hübsche Statistik.

Preisstrategie. Nutzen Sie die Preisspanne, um Ihre Position bewusst zu wählen. Wer immer am unteren Ende landet, hat kein Preisproblem, sondern ein Positionierungsproblem — dazu mehr im Beitrag zur eBay Preisstrategie.

Katalogdaten. Ein Angebot, das in der Recherche gut aussieht, braucht auch vollständige Artikelmerkmale, um überhaupt gefunden zu werden. Wie Sie die Datenqualität aufbauen, steht im Beitrag zum eBay Produktkatalog.

Laufende Beobachtung. Ein einmal recherchiertes Produkt bleibt nicht ewig gleich. Setzen Sie sich einen Quartalstermin, an dem Sie Ihre Top-20-Artikel erneut prüfen.

Wer über mehrere Marktplätze hinweg arbeitet, braucht diese Auswertung nicht nur für eBay. Bei AMZ+ Consulting nutzen wir dafür unsere eigene KI-Plattform MarketplAIce, die Preis-, Bestands- und Wettbewerbsdaten kanalübergreifend zusammenführt. Die eBay-Produktrecherche bleibt dabei die verlässlichste Quelle für den eBay-Teil.

Was Sie jetzt tun können

Öffnen Sie heute den Tab „Marktanalyse" in Ihrem Verkäufer-Cockpit und recherchieren Sie Ihre drei umsatzstärksten Artikel. Vergleichen Sie Ihren Verkaufspreis mit dem Marktdurchschnitt.

Wenn Sie deutlich darunter liegen, prüfen Sie, ob das eine bewusste Entscheidung ist oder schlicht nie hinterfragt wurde. Erfahrungsgemäß ist es Letzteres.

Legen Sie sich anschließend eine einfache Tabelle an, in der Sie Durchschnittspreis, Preisspanne, Versandmodell und Ihren eigenen Deckungsbeitrag je Artikel festhalten. Diese Tabelle ist nach drei Monaten mehr wert als jedes gekaufte Analysetool.

Und wenn Sie ein Shop-Abo führen: Öffnen Sie einmal Sourcing Insights und notieren Sie sich drei Kategorien, die zu Ihrem Beschaffungsprofil passen. Prüfen Sie sie danach in Ruhe durch — nicht sofort einkaufen.

FAQ: Häufige Fragen zu eBay Terapeak und Produktrecherche

Gibt es Terapeak 2026 noch?

Nicht unter diesem Namen. eBay hat die Marke Terapeak im Mai 2024 eingestellt; das Werkzeug heißt heute Produktrecherche und liegt im Verkäufer-Cockpit im Tab „Marktanalyse". Der Funktionsumfang ist erhalten geblieben.

Kostet die eBay-Produktrecherche etwas?

Nein. Die Produktrecherche ist kostenfrei für alle Händler auf dem Marktplatz, auch ohne eBay-Shop-Abo (Stand: August 2026, Quelle: eBay-Verkäuferportal). Nur Sourcing Insights setzt ein qualifizierendes Shop-Abonnement ab Basis-Shop voraus.

Wie weit reichen die Daten zurück?

Die Produktrecherche wertet eBay-Verkaufs- und Preisdaten der letzten drei Jahre aus. Damit lassen sich Saisonverläufe und mehrjährige Trends erkennen, die in kürzeren Zeiträumen untergehen würden.

Was ist der Unterschied zwischen Produktrecherche und Sourcing Insights?

Die Produktrecherche analysiert konkrete Produkte und Suchbegriffe anhand echter Verkaufsdaten. Sourcing Insights zeigt dagegen Kategorien mit hoher Nachfrage bei vergleichsweise geringem Angebot und dient der Sortimentserweiterung. Nur Sourcing Insights ist an ein Shop-Abo gebunden.

Sehe ich in der Produktrecherche auch unverkaufte Angebote?

Der Kern des Werkzeugs sind tatsächlich verkaufte Artikel — das ist der entscheidende Vorteil gegenüber einer einfachen Angebotsübersicht. Ein Markt kann viele aktive Angebote und trotzdem sehr wenige Verkäufe haben, was Sie nur in den Verkaufsdaten erkennen.

Ersetzt die Produktrecherche externe Analysetools?

Für den eBay-Markt ist sie in vielen Fällen die verlässlichere Quelle, weil sie mit echten Transaktionsdaten arbeitet statt mit Hochrechnungen. Externe Tools können bei kanalübergreifenden Auswertungen oder automatisierten Alerts ergänzen. Für den Einstieg brauchen Sie kein zusätzliches Werkzeug.

Wie oft sollte ich meine Artikel neu recherchieren?

Für die 20 umsatzstärksten Artikel empfehlen wir einen Quartalsrhythmus, für das übrige Sortiment einmal im Halbjahr. Vor Saisonstart und vor größeren Nachbestellungen lohnt sich zusätzlich ein Blick, weil sich Durchschnittspreise über wenige Monate deutlich verschieben können.

Über den Autor

Jorginho Engelmeyer ist Geschäftsführer der AMZ+ Consulting GmbH und seit über 8 Jahren auf Amazon, Otto, Kaufland, eBay und Temu für Händler aktiv.

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